Expositions-Begleiter: sich der Angst stellen – und daraus lernen
Sich einer gemiedenen Situation auszusetzen ist der wirksamste Baustein bei Angst- und Zwangsstörungen. Entscheidend ist dabei nicht, wie lange Sie durchhalten, sondern eine Überraschung: die Erfahrung, dass das Befürchtete nicht eintritt – oder dass Sie es aushalten, wenn es eintritt.
Genau diese Überraschung geht verloren, wenn man sie nicht festhält: Im Rückblick erinnern wir vor allem die Angst, nicht ihren Ausgang. Dieser Begleiter hält beides fest – vorher Ihre Befürchtung, währenddessen Ihre Anspannung, hinterher, was tatsächlich passiert ist.
Expositionen planen Sie am besten in der Therapie – nicht allein. Welche Situation zuerst, wie groß der Schritt, wie lange, welches Sicherheitsverhalten wegfällt: Diese Entscheidungen entscheiden über Erfolg oder Rückschlag und gehören ins gemeinsame Gespräch. Nutzen Sie diesen Begleiter deshalb für Übungen, die Sie mit Ihrer Therapeutin oder Ihrem Therapeuten vereinbart haben – er ersetzt keine Behandlung, sondern hält fest, was Sie dabei erleben.
Beginnen Sie Expositionsübungen bitte nicht auf eigene Faust: Eine zu große oder ungünstig gewählte Übung kann Vermeidung verstärken statt sie abzubauen. Bei Panikstörung, Zwängen, Traumafolgen, Essstörungen oder körperlichen Vorerkrankungen ist therapeutische Planung besonders wichtig. In Krisen: 116 117, Telefonseelsorge 0800 111 0 111, im Notfall 112.
Ihre Beweissammlung
Den ersten Schritt muss niemand allein gehen
In der Therapie planen wir Expositionen gemeinsam: klein genug, um machbar zu sein, groß genug, um etwas zu lernen. Die ersten Übungen begleite ich, spätere führen Sie selbst durch – dieser Begleiter hält Ihre Erfahrungen dazwischen fest.