Ihr Therapie-Verlauf: der wöchentliche Check-in
Veränderung in einer Therapie verläuft selten geradlinig – und im Rückblick erinnern wir vor allem die letzten Tage. Wer regelmäßig kurz festhält, wie es ihm geht, sieht Entwicklungen, die im Alltag untergehen: dass die schlechten Tage seltener werden, dass ein Ziel doch näher gerückt ist, oder dass sich seit Wochen nichts bewegt – und die Behandlung nachjustiert werden sollte.
Genau das ist der Gedanke der rückmeldungsbasierten Therapie: Studien zeigen, dass Behandlungen wirksamer verlaufen, wenn Verlauf regelmäßig gemessen und gemeinsam besprochen wird – besonders dann, wenn es zwischendurch nicht vorangeht.
Wohlbefinden erfasst der WHO-5, ein etablierter Kurzfragebogen der Weltgesundheitsorganisation (0–100, höher ist besser).
Belastung erfasst der PHQ-4 zu Anzeichen von Angst und Niedergeschlagenheit (0–12, niedriger ist besser).
Zielerreichung schätzen Sie selbst ein – denn ob eine Therapie hilft, entscheidet sich an Ihren Zielen, nicht an Punktwerten.
Beide Fragebögen beziehen sich hier bewusst auf die letzten 7 Tage, damit ein wöchentlicher Vergleich möglich ist.
Der Check-in ist ein Beobachtungsinstrument, keine Diagnostik. In akuten Krisen erreichen Sie rund um die Uhr den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 – im Notfall die 112.
Ihr Verlauf
Fortschritt sichtbar machen – und Stillstand früh erkennen
In meiner Praxis bespreche ich Verläufe regelmäßig mit Ihnen: Wo hat sich etwas bewegt, wo nicht, und was folgt daraus für die nächsten Wochen? Kurven ersetzen kein Gespräch – aber sie machen ehrliche Gespräche leichter, weil sie zeigen, was Erinnerung gern glättet. Wenn sich über mehrere Wochen nichts verändert, ist das kein Scheitern, sondern ein Hinweis: Dann passen wir Vorgehen, Frequenz oder Ziele an.