M. Psychotherapie Medik
Arbeitsblatt · Gedanken prüfen
Gedankenprotokoll
Belastende Gedanken fühlen sich oft wie Tatsachen an – dabei sind es Bewertungen, die man überprüfen darf. Dieses Blatt hilft Ihnen, einen belastenden Gedanken in Ruhe zu prüfen. Das Beispiel zeigt, wie es gemeint ist.
1Warten Sie einen Moment, bis das Gefühl ein wenig nachlässt.
2Füllen Sie die Zeilen in Ruhe aus – eine nach der anderen.
3Lesen Sie zum Schluss den hilfreicheren Gedanken langsam durch.
Beispiel
1 · SituationWo war ich? Was ist passiert?
Kollege hat meine E-Mail den ganzen Tag nicht beantwortet.
2 · Automatischer GedankeWas ging mir durch den Kopf?
„Er ist sauer auf mich – ich habe etwas falsch gemacht."
3 · Gefühl & Stärke (0–100 %)
Angst 70 %, Scham 50 %
4 · Was spricht dafür?Echte Fakten
Er antwortet sonst meist schnell.
5 · Was spricht dagegen?Was würde ich einem Freund sagen?
Er hatte heute viele Termine. Gestern war er freundlich. Vielleicht hat er es übersehen.
6 · Hilfreicherer, realistischer Gedanke
„Wahrscheinlich ist er einfach beschäftigt. Ich frage morgen freundlich nach."
7 · Gefühl danach (0–100 %)
Angst 30 %
Ihre Situation
1 · SituationWo war ich? Was ist konkret passiert?
2 · Automatischer GedankeWas ging mir durch den Kopf?
3 · Gefühl & Stärke (0–100 %)z. B. Angst 80 %, Traurigkeit 60 %
4 · Was spricht dafür?Echte Fakten, keine Gefühle
5 · Was spricht dagegen?Gegenbeispiele, andere Erklärungen
6 · Hilfreicherer, realistischer GedankeFair und ausgewogen
7 · Gefühl danach (0–100 %)
Kein Richtig oder Falsch. Sie müssen nicht jedes Feld ausfüllen – schon das Aufschreiben schafft Abstand. Wenn ein Gedanke Sie über längere Zeit stark belastet, nehmen Sie dieses Blatt gern mit in die Therapie.
© Sevket Medik, M.Sc.-Psych. – Privatpraxis für Verhaltenstherapie, Valentinskamp 30, 20355 Hamburg · psychotherapiemedik.de · Dieses Arbeitsblatt dient der Selbstbeobachtung und ersetzt keine Diagnostik oder Behandlung.